Logo - Hagedorn Unternehmensgruppe

Dreimal machte es »Rumms«

Sprengung Kraftwerk Knepper

Seit Monaten sind die Bagger der Hagedorn-Unternehmensgruppe dabei, das Steinkohlekraftwerk Gustav Knepper auf der Grenze zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund-Mengede abzureißen. Nun sind auch die von den Autobahnen A45, A42 und A2 bislang weithin sichtbaren Landmarken Geschichte: Am Sonntag, den 17. Februar sprengte die Gütersloher Unternehmensgruppe Hagedorn die wesentlichen Bestandteile des Kraftwerks.

Die Deutsche Sprengunion, eine Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe, hatte zur Vorbereitung bereits über 1.500 Löcher in die massiven Betonwände gebohrt. Bei einer ersten Sprengung fielen das 69 Meter hohe Kesselhaus und das anliegende Treppenhaus mit Fahrstuhlschacht. In der 30 Minuten später folgenden Sprengung sackte der 128 Meter hohe Kühlturm in sich zusammen, Sekunden später fiel der 210 Meter hohe Schornstein.

Die hochprofessionell und langfristig vorbereitete Planung verlief am Sonntag perfekt – begleitet von großem medialen Interesse und konzentrierter Anspannung beim Planungsteam. Der Sicherheitsgedanke spielte dabei eine zentrale Rolle: Unter Einbeziehung von Statikern, Gutachtern und Sachverständigen von Polizei, Feuerwehr und THW wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeitet. Dazu zählte ein Sperrbereich von 350 bis 620 Metern rund um das 60 Hektar große Kraftwerksareal. Auch die angrenzenden Autobahnen und der Flugraum wurden für kurze Zeit beruhigt bzw. gesperrt. Im unmittelbaren Nahbereich sorgten zudem Evakuierungen für den Schutz der Anwohner. In diesem Zuge lud Hagedorn die betroffenen Anwohner in ein eigens aufgestelltes, beheiztes Zelt zu einem Frühstücksbuffet ein.

Mit insgesamt 218 Kilogramm Sprengstoff rückte das Sprengteam den Gebäuden zu Leibe. Nach dem sich Rauchwolken und Staub gelegt hatten, blieben 28.300 Tonnen Stahl und Bauschutt zurück. Die mineralischen Abfälle verbleiben dabei direkt auf dem Gelände und werden die Basis für die Neunutzung sein. Der Stahlschrott wird der Prozesskette zugeführt. „Wir arbeiten nachhaltig und effektiv“, beschreibt Thomas Hagedorn.

Im Oktober 2017 erwarb die Hagedorn Unternehmensgruppe das 580.000 Quadratmeter große Gelände. Nach erfolgter Sanierung und Revitalisierung sollen die Flächen durch renommierte Projektentwickler, dem Industrieimmobilien-Konzern SEGRO, vermarktet und an neue Eigentümer übergeben werden. Das neue Nutzungskonzept sieht auf der Fläche einen Logistik- und Gewerbepark vor. Es werden bis zu 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen.

DATEN UND FAKTEN
- Sprengvorbereitungen laufen seit September 2018
- 218 kg Sprengstoff
- 1.500 Bohrungen
- 28.389 t Stahlschrott/Bauschutt
- Nebelkanonen zur Staubvermeidung
- Sperrbereich von 350 m bis 620 m
- Evakuierungen im Nahbereich von ca. 120 Anwohnern
- Weiträumige Straßensperren
- Autobahnen A42/A45 werden auf eine Spur reduziert und im Tempo gedrosselt

VERWENDETE SPRENGSTOFFE, MENGEN, BOHRUNGEN
Kesselhaus: hochbrisante Schneidladungen für die Stahldurchtrennungen, rd. 8 kg gelatinöser Sprengstoff und eine geringe Menge plastifizierter Sprengstoff, bis zu 63 mm Stahldicke Schornstein: rd. 60 kg gelatinöser Sprengstoff Bohrungen. 
Schornstein: rund 900 Bohrungen am Schornsteinfuß, Kippgelenke zu Richtungspräzision Kühlturm: rd. 150 kg gelatinöser Sprengstoff Bohrungen. 
Kühlturm: nicht ganz 600 Bohrungen in der Hälfte der Stützen und im unteren Ringträger.

MENGEN STAHLSCHROTT/BAUSCHUTT 
Kesselhaus: 9.483 t
Schornstein: 7.923 t 
Kühlturm: 10.983 t 

SICHERHEIT
- Vorausschauende Planung unter Einbeziehung von Statikern, Gutachtern und Sachverständigen
- Saubere Ausführung der Bohrarbeiten
- Kippgelenke am Schornstein
- Zündanlagen mit Redundanz großzügige Zeitplanung
- Mehrfache Kontrollläufe vor Beginn
- Gute Kommunikation mit allen Beteiligten 

HERAUSFORDERUNG
Eine große Herausforderung ist die Stahlsprengung. Stahlsprengungen sind immer eine Herausforderung. Unser Sprengmeister muss bis zu 63 mm dicken Stahl exakt durchtrennen. Damit dieses sichergestellt ist, wurden im Vorfeld Testsprengungen durchgeführt.

Wie geht es weiter? 
In den nächsten drei Monaten werden gut 30 Großgräte und ca. 60 Mann damit beschäftigt sein, den Schutt der Sprengung fachgerecht zu selektieren. Das mineralisches Abrissmaterial verbleibt direkt auf dem Gelände und wird für die später folgende Nachnutzung verwendet. Das metallische Material wird der Prozesskette zugeführt.

 

 

Sie haben Fragen zu unseren Leistungen?
Service-Hotline +49 5241 50051 0